Erster Teil der Abschlussprüfungen erfolgreich bestanden

Prüfungsvorbereitung T. Krahnke

„Bildung ist grundlegend für die Entwicklung eines jeden Menschen, auch für die Entwicklung von behinderten Menschen. Humboldt versteht genau das unter Bildung.“

So formuliert es Hartmut Kabelitz, angehenden Bildungsfachkraft im Projekt „Inklusive Bildung Baden-Württemberg“.

Sechs Personen, die ehemals in Werkstätten für behinderte Menschen gearbeitet haben, Schläuche zusammensteckten, Theaterschminke verpackten oder Essenspläne ausfüllten, haben sich in den vergangenen Wochen auf den ersten Teil ihrer Abschlussprüfung zur Bildungsfachkraft vorbereitet. Seit knapp drei Jahren werden sie im Projekt qualifiziert, damit sie Studierenden an Fach- und Hochschulen sowie Fach- und Führungskräften ihre Lebensrealität nahebringen. Sie berichten über Inklusions- und Exklusionserfahrungen von Menschen mit Behinderungen und vermitteln auf diese Weise ein Expertenwissen, das zum Nachdenken anregt und letztendlich auch Haltungen verändern kann.

Zur Vorbereitung auf ihre Prüfung wurden nun Kurzvorträge zu selbst gewählten Themen wie dem Bildungsbegriff von Humboldt und Klafki, der Definition von Behinderung nach der ICF oder dem Unterschied zwischen zielgleichem und zieldifferentem Unterricht erarbeitet und eingeübt. Es herrschte eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre, denn auch viele weitere theoretische Inhalte, die sie in den vergangenen Jahren der Qualifizierung erlernt hatten, sollten zur Prüfung präsent sein.

Und dann war es endlich soweit. An zwei Tagen wurden die sechs Teilnehmenden der Qualifizierung von Projektleiter Stephan Friebe, Qualifizierungsleitung Sarah Maier und Projektkoordinatorin Nina Rudolph geprüft. Alle haben mit Bravour den ersten Teil der Abschlussprüfung zur Bildungsfachkraft bestanden!

Im Herbst folgt der zweite, praktische Teil der Abschlussprüfung: Die angehenden Bildungsfachkräfte bereiten dann eigenständig eine Seminarsitzung für eine Hochschule vor. Zu vorgegebenen Themen sollen passende Ziele, Inhalte sowie Methoden der Vermittlung ausgewählt und beschrieben werden. Ebenfalls sollen Möglichkeiten erarbeitet werden, wie eine Evaluation der Seminarsitzung erfolgen kann.

Alle Teilnehmenden streben einen erfolgreichen Abschluss der Qualifizierung an. „Ich mache die Qualifizierung, weil ich mehr kann, als Schminke und Schrauben verpacken. Ich möchte mich weiterentwickeln und suche eine neue Herausforderung. Außerdem wollte ich schon immer Lehrer werden“, so fasst Thilo Krahnke seine Motivation zusammen.

Diesem Ziel ist er heute ein großes Stück nähergekommen.

 

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